Mittwoch, 10. März 2010
Mona war fünf, als sie zum ersten Mal von ihrem Stiefvater missbraucht wurde. Jahrelang erduldete sie das Martyrium, ohne mit jemandem darüber reden zu können. Heute, fast vierzig Jahre später, schreibt sie einen Brief an ihre Mutter, die all die Jahre wegschaute und sie nicht vor den Übergriffen des Stiefvaters schützte.
Mona Michaelsen: "Als ich anfing zu schreiben, ging es mir schlecht. Erst im Laufe des Schreibens verbesserte sich mein Zustand und ich empfand sogar eine unglaubliche Wut und Empörung über das, was mir angetan wurde."
Flüsterkind ist ein erschütterndes und mutiges Buch – authentisch und ausdrucksstark. Mona Michaelsens Brief an ihre Mutter schildert ihr Schicksal auf sehr berührende Weise und mit außergewöhnlicher literarischer Tiefe.
In schonungslos offenen und mutigen Worten führt die Autorin nicht nur ihrer Mutter, sondern auch den Lesern ihr jahrelang erlebtes Leid vor Augen. Sie spricht für alle missbrauchten Kinder, die doppelt zu Opfern gemacht wurden – von denen, die sie misshandelt haben, und von denen, die wegschauten.
Das Buch
Als sie fünf ist, wird Mona zum ersten Mal von ihrem Stiefvater missbraucht. Jahrelang fügt sie sich seinen Drohungen und erduldet ihr Martyrium in dem Glauben, dass ihr niemand helfen kann. Als sie es nicht mehr aushält, erzählt sie ihrer Mutter von den Dingen, die niemand wissen darf. Die jedoch schenkt ihr kein Gehör und verurteilt sie damit zu einem unentrinnbaren Kreislauf aus Leiden, Angst und Scham. Hilflos muss Mona mitanschauen, wie sich der brutale Stiefvater auch noch an ihrer kleinen Schwester vergeht.
Erst jetzt, fast vierzig Jahre später, schreibt Mona einen Brief an ihre Mutter, die wegschaute, die nichts wissen wollte, die den Missbrauch duldete. Endlich erzählt Mona ihr all das, was sie damals nicht sagen durfte. Mit beklemmender Eindringlichkeit konfrontiert sie ihre Mutter mit der schrecklichen Wahrheit. Doch mehr als um die Mutter geht es um Mona selbst: Wort für Wort befreit sie sich von ihrer Vergangenheit.
Flüsterkind ist der ehrliche, schonungslose Bericht einer Betroffenen, der zeigt, dass es mehr als einen Schuldigen gibt, wenn es um Kindesmissbrauch geht: den Täter und diejenigen, die wegschauen und ihn gewähren lassen.
Die Autorin
Mona Michaelsen wurde 1964 in Niedersachsen geboren und wuchs dort in ländlicher Umgebung auf. Sie heiratete und bekam zwei Söhne, die inzwischen erwachsen sind. Nach der Scheidung lernte sie ihren jetzigen Mann kennen, mit dem sie heute in einer Kleinstadt in Schleswig-Holstein lebt. Sie ist ausgebildete Seminarleiterin und Pädagogin für Entspannungsverfahren.
Mittwoch, 20. Mai 2009
die ich dieses jahr noch lesen werde:
- Kleinstadtschlampe - Mirjam Dreer
- Establishmensch - Andy Strauß
- Ein wenig sterben - Stefan Kalbers
- Atmen - Stefan Kalbers
Dienstag, 3. Februar 2009
viel ... wenn ich lese, dann nur ausgewählte bücher .. genre anti pop ... klingt schon aufregend .. ist es auch.
dirk bernemann hat sich mal wieder die ehre gegeben .. weitere infos dazu gibts auf ubooks und amazon .. ich hab das gute stück hier als ebook .. heut gekauft für 9,99 bei ... hm hab ich vergessen
ja was soll ich sagen, herr bernemann?! ich fand deine anderen bücher besser .. vielleicht wars die gewohnheit deiner kurzgeschichten, die alle irgendwas und irgendwie miteinander zu tun hatten und jetzt fällt dir ein über dich zu schreiben und ein paar andere? nichts für ungut .. es is nich schlecht, aber auch nich das was ich wollte ..
Samstag, 26. Januar 2008
«Mein Leben tut weh!
Wünsche verschwinden auf nimmerwiedersehen.
Meine Träume stehen mit kaputten Rücken an Wänden.
Und die Liebe ist ein Massengrab.»
dirk bernemann
ab 14.2
Samstag, 21. April 2007
"Ich habe mir immer gedacht, wenn ich Drogen nehme, dann können sie ruhig meinen Körper ficken, dann sollen sie mit mir machen, was sie wollen. Denn ich hasse meinen Körper, der ist so fett und hässlich und unförmig und sowieso habe ich es nicht besser verdient. Doch in den Momenten, wenn die Drogen aufhören zu wirken, merke ich, dass die Leute auch meine Seele ficken. Das tut weh, nein, mehr noch, das zerstört, ohne zu zerstören, man bleibt übrig und weiß, dass man kaputt ist, unheilbar, und dass man damit leben muss ..."
Donnerstag, 19. April 2007
I'm a singer... no, isn't true.
But i'm the guitar player in a fucking awesome band!...
Neither, lie again. actually I don't do anything.
And I don't care
I wish life wasn't such a big lie
religion die
and my popcorn
didn't last that much
on the microwave
Sonntag, 18. Februar 2007
ist wahrlich ein tolles buch von dem herrn andreas kurz .. selber verlag wie der herr bernemann mit seinem "ich hab die unschuld kotzen sehen" .. und ja .. alle beide gelesen .. von beiden begeistert .. und erwartungsvoll wartend auf teil 2 ..
Samstag, 6. Januar 2007
das dritte und letzte buch der wanderhure...und alle sind toll
Das Vermächtnis der Wanderhure beginnt fulminant: mit einer grausamen Schlacht der Hussiten gegen die Deutschen. Bereits hier wird deutlich: Man sollte nicht allzu zart besaitet sein, wenn man in Iny Lorentz' historischen Roman eintauchen möchte ....
... auch wenn sich herausstellt, dass die Anfangsschlacht nur geträumt ist; von Marie nämlich, die erst vor kurzer Zeit dem ihr aufgezwungenen Schicksal als Wanderhure entronnen ist und nun mit ihrer Familie glücklich über das Lehen Kiebitzstein gebietet. In dem Traum entführt Maries Erzfeind Falko von Hettenheim ihre kleine Tochter Trudi. Falko ist längst tot, trotzdem deutet Marie den Traum als schlechtes Omen.
Sie soll Recht behalten. Falkos Witwe Hulda entführt die schwangere Marie auf einer Reise und tauscht Maries neugeborenen Sohn gegen ihre eigene Tochter aus -- aus Rache und weil sie dringend einen männlichen Erben benötigt. Sie täuscht Maries Tod vor und lässt sie auf einem Sklavenschiff nach Russland verschleppen.
Auf der Reise findet Marie in der Afrikanerin Alika eine Freundin, und gemeinsam gelingt es den beiden, die schrecklichen Qualen und Erniedrigungen der Sklaverei zu überleben. Dank ihrer Kenntnisse in Kräuterheilkunde gewinnt Marie das Vertrauen ihrer griechischstämmigen Herrin. Und als diese durch politische Umwälzungen selbst in Ungnade fällt, gelingt den Frauen die Flucht über Konstantinopel zurück nach Deutschland, auf Maries Lehen Kiebitzstein. Schließlich kommt es zu einer letzten dramatischen Schlacht, in der Maries Mann Michel bei dem Versuch, seinen und Maries Sohn aus Huldas Gewalt zu befreien, buchstäblich durchs Feuer geht.
Das europäische Mittelalter in Das Vermächtnis der Wanderhure ist roh, Güte eine seltene Tugend. Besonders Frauen sind die Leidtragenden der allgegenwärtigen Brutalität. Vergewaltigungen, unter denen besonders Alika zu leiden hat, sind an der Tagesordnung. Wahrlich kein leichter Stoff, aber ausgesprochen spannend zu lesen.
das zweite buch von iny lorentz .. der nachfolger der wanderhure
Marie lebt zufrieden mit ihrem Ehemann Michel Adler, den sie innig liebt. Ihr Glück scheint vollkommen, als sie ein Kind erwartet. Doch dann muss Michel in den Kampf gegen die aufständischen Hussiten ziehen. Er beweist so viel Mut, dass er zum Ritter geschlagen wird - und verschwindet nach einem grausamen Gemetzel spurlos. Nachdem er für tot erklärt wird, ist Marie ganz auf sich allein gestellt und sieht sich täglich neuen Demütigungen ausgesetzt. Schließlich bleibt ihr nur ein Ausweg: Sie muss von ihrer Burg fliehen. Marie hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Michel noch leben könnte, und schließt sich als Marketenderin einem neuen Heerzug an. Es beginnt das Abenteuer ihres Lebens. Wird sie den geliebten Mann jemals wieder finden?
von roma ligocka... ich habs gelesen..
Wer Mitte der 1990er Jahr den Spielberg-Kultfilm "Schindlers Liste" gesehen hat oder die inzwischen gut verkaufte VHS/DVD-Version, dem ist das kleine Mädchen im roten Mantel ein Begriff. Es wurde zum Leitmotiv des Hollywood-Bestsellers. Im Film läuft dieses kleine Mädchen mitten im Massaker des in Liquidation befindlichen Krakauer Ghettos herum, schleicht sich inmitten der Todesmaschinerie in eine Wohnung unters Bett. Anlässlich der Exhumierung der 1943 vergrabenen Leichen erkennt es der Held und Retter der Juden, Oskar Schindler, im Jahr 1944 auf einer Leichenkarre wieder: Das Mädchen mit dem roten Mantel.
Jahrzehnte später hat sich dieses Mädchen anlässlich der Spielberg-Premiere wieder erkannt. Roma ist in Wirklichkeit nicht gestorben, sondern hat überlebt. Und über dieses ihr Überleben hat sie ein Buch geschrieben, das zur Basislektüre eines jeden angehenden oder praktizierenden Psychotherapeuten oder Psychiaters zählen sollte.
1938, während in Deutschland bereits die Synagogen brennen, wird in Krakau ein kleines Mädchen geboren. Tochter der jüdischen Eltern Liebling. Sie ist noch kein Jahr alt, als sie mit ihren Eltern ins Krakauer Ghetto eingewiesen wird. Dort erfährt sie ihre frühste Kindheit - die wichtigsten Jahre im Leben, die einen Menschen prägen. Die Autorin beschreibt diese Jahre des Grauens aus der Perspektive des kleinen Kindes, das nichts anderes kennt als die Lederstiefel der uniformierten Deutschen, die bellenden Hunde, die Enge, das Elend und die tägliche Lebensbedrohung. Man darf kein Kind sein, denn Kinder werden erschossen. Man muss sich auch unsichtbar machen, weil man sonst getreten und weggeschleppt wird. Ihre geliebte Großmutter wird "geholt", während das dreijährige Mädchen sich unterm Tisch versteckt, dann auch der Vater. Was ein Baum ist, was Gras, was ein Kaninchen und was eine Puppe - das kennt das Ghettokind nicht. Aber es weiß, dass man das organisierte Stück Brot verstecken muss. In der Wohnung leben pro Fensterkreuz vier Familien, das ist Vorschrift. Warum das so ist, versteht sie nicht, es ist eben so. Für eine Dreijährige ist es normal, dass täglich die "Deutschen" mit den blanken und nach Leder stinkenden Stiefeln durchs Haus traben und Leute "holen" oder erschießen...
Nachdem sie auch den Papa "geholt" haben, flieht die Mutter mit dem kleinen Mädchen und falschen Papieren aus dem Ghetto. Es gelingt ihnen, bei einer polnischen Familie unterzutauchen und den Holocaust zu überleben. Dieses "Überleben" prägt die Kindheit der Autorin, und sie beschreibt plastisch aus der Perspektive des Kindes, was das bedeutet im von den Nazis besetzten Krakau.
Das Trauma entwickelt sich erst nach dem Kriegsende - stückweise. Es beginnt damit, dass die wenigen Überlebenden aus dem Bekannten- und Familienkreis sich allmählich wiederfinden und gemeinsam weinen, was das kleine Mädchen gar nicht verstehen kann. Und was hat das alles mit "jüdisch" zu tun? Die Menschen, die wiederkommen aus so genannten "Lagern" erscheinen ihr, als seien sie verrückt geworden. Mit zwei ihrer Cousins teilt sie eine Matratze, einer ist Bettnässer - obwohl älter als sie. Er war in einem Lager, das "Auschwitz" hieß. Darüber reden auch die Erwachsenen immer wieder und weinen.
Von der Familie ist kaum noch jemand am Leben. Da taucht dieser komplett zerfetzte Mensch auf, barfuß, mager und grau. Die Mutter wirft sich ihm an den Hals und schluchzt. Das kleine Mädchen kann lange nicht akzeptieren, dass dies sein Vater ist, der im letzten Moment aus Auschwitz geflohen war und sich Hunderte von Kilometern durchgeschlagen hatte. Roma braucht lange, um ihn zu akzeptieren. Es gelingt ihr erst, als er mit 39 Jahren an einem Schlaganfall stirbt.
Jetzt bleibt ihr nur noch die Mutter, mit der sie die Flucht vor den Nazis verbindet. Diese Bindung ist eng und prägt den Rest ihres Lebens. Sie lebt und erblüht in der Krakauer Künstler- und Intellektuellen-Atmosphäre - immer am Rande einer als kriminell erachteten Regimekritik. Polen ist inzwischen kommunistisch und unter der Fuchtel der Sowietunion. Roma findet ihre Freiheit in den Kellertheatern und Kabaretts, bis sie sich schließlich in den 1950er Jahren mit einem Ehemann halb illegal nach Wien zu einer Inszenierung durchschlägt. 30 Jahre lang soll sie ihre polnische Heimatstadt Krakau danach nicht wiedersehen. Denn dort sind Studentenunruhen ausgebrochen.
In dieser Zeit erlebt sie den Kulturschock West, lernt ihn lieben und leben, entfernt sich aber immer weiter von sich selbst. Immer klarer wird in ihren Schilderungen, wie sehr sie noch das verängstigte Ghettokind geblieben ist und wie tief diese Emotionen in ihr sitzen. Als ihr nach der Geburt ihres Sohnes ein deutscher Arzt das Kind aus dem Arm nehmen möchte, sieht sie in ihm den "Stiefeldeutschen", der einer Mutter im Ghetto ihr Baby entrissen und auf den Boden geschleudert hatte. Sie bekommt eine Panikattacke.
Immer weiter durchziehen schwere Depressionen und Angstanfälle ihr Leben.
Sie ist Mitte vierzig, hat einen lukrativen Job als Bühnenbildnerin, ihren Sohn, einen Mann, der sie liebt, ein Haus - die Depression hat sie fest im Griff. Sie greift zu Tabletten, wird abhängig. Noch kritischer wird das, nachdem ihr Mann sich von ihr trennt, sie schluckt Tabletten, um ihren Sohn durchzubringen. Sie wird suchtkrank.
Der Zusammenbruch ist nicht wirklich total, so wie nichts wirklich "total"
ist in ihrem Leben. Den Entzug kämpft sie alleine durch - da ist diese ungeheure Kraft des Ghetto-Kleinkinds plötzlich wieder da. Sie schafft das Unmögliche, und sie schafft es aus sich selbst heraus.
Dann ist sie wieder voll da. Solidarnosz hat es möglich gemacht, dass sie - zusammen mit ihrem Sohn Jakob - ihre Heimatstadt Krakau wieder besuchen kann. Seitdem lebt sie auf, findet ihre Kraft, ihr Engagement und ihre Kreativität wieder. Die einzige Blockade war dann noch 1994 eine Einladung zur Erstaufführung von dem Spielberg-Film "Schindlers Liste". Nur widerwillig konnte sie sich entscheiden, weil sie mit der Vergangenheit nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun haben wollte. Dann hat sie in dem Mädchen im roten Mantel sich selber wieder erkannt und beschlossen, dieses Buch zu schreiben...
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